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Parodontitis-Therapie: Was zahlt die Kasse?

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Ohne Professionelle Zahnreinigung (PZR) beginnen viele Zahnärzte nicht mit einer Parodontitis-Behandlung. Obwohl die PZR ist keine verpflichtende Vorbehandlung bei Parodontitis ist. Allerdings müssen Patienten bei Vor- und Nachbehandlung vieles selbst bezahlen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Parodontitis-Behandlung ist aufwendig, langwierig und teilweise selbst zu bezahlen. Aber sie beugt Zahnverlust vor.
  • Eine spezielle Früherkennungsuntersuchung auf Parodontitis, der Parodontale Screening Index (PSI), ist alle zwei Jahre Kassenleistung.
  • Eine Parodontitis-Therapie muss bei der Kasse beantragt werden.
  • Zahnstein und andere Reizfaktoren müssen in einer Vorbehandlung entfernt werden. Hier zahlen die Krankenkassen nur einen Teil.
  • Die Nachsorge, die regelmäßig erfolgen sollte, ist eine komplette Privatleistung.
Parodontaler Screening Index (PSI): Messung der Tiefe von Zahntaschen mit einer Messsonde zur Diagnose der Paradontitis
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  • Parodontitis wird durch Bakterien im Zahnbelag (Plaque) verursacht und beginnt mit einer Zahnfleischentzündung. Die Erkrankung tut meist nicht weh, führt aber unbehandelt zu Zahnlockerungen und langfristig zum Zahnverlust.

  • Patientenvertreter kritisieren schon lange, dass gesetzlich Versicherte bei der Behandlung so viel selbst bezahlen müssen. Seit einigen Jahren laufen Verhandlungen darüber, den Kassenanteil auszuweiten, bislang jedoch ohne Ergebnis.

Was ist eine Parodontitis?

Bei der Parodontitis, umgangssprachlich auch Parodontose genannt, handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Damit sind die Strukturen gemeint, die den Zahn im Kieferknochen verankern wie etwa Zahnfleisch, Wurzelhaut, Zahnzement und Haltefasern im Zahnfach.

Eine Parodontitis wird durch Bakterien in den Zahnbelägen (Plaque) verursacht und beginnt mit einer Zahnfleischentzündung. Die Erkrankung verläuft meist ohne deutliche Schmerzen. Da aber mehrere Millimeter tiefe Zahnfleischtaschen entstehen können, führt sie unbehandelt zu Zahnlockerungen, zu freiliegenden Zahnhälsen und im fortgeschrittenen Stadium zum Zahnverlust. Je früher sie erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Ziel ist es, den Knochenabbau am Zahnhalteapparat möglichst früh zu stoppen.

Was zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen halbjährlich die Kosten für die allgemeine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt und eine Zahnsteinentfernung pro Jahr. Zudem ist der Parodontale Screening Index (PSI) als Früherkennungs-Untersuchung alle 2 Jahre Kassenleistung. Beim PSI wird mit einer Spezialsonde die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen.

Als behandlungsbedürftig gilt eine Parodontitis ab einer Zahnfleischtaschentiefe von 3,5 Millimetern oder mehr. Damit die gesetzlichen Kassen die Kosten übernehmen, muss vor Behandlungsbeginn ein schriftlicher Antrag gestellt werden. Diesen Heil- und Kostenplan erstellt der Zahnarzt und der Patient reicht ihn zur Prüfung und Genehmigung bei seiner Kasse ein.

Bei den Vorbehandlungen übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten für die Beseitigung irritierender Faktoren (z.B. überstehende Füllungsränder), Karies- und Wurzelbehandlungen und das Ziehen nicht erhaltungswürdiger Zähne.

Was ist selbst zu bezahlen?

Laut der gültigen Behandlungsrichtlinie müssen Zahnstein und andere Reizfaktoren in einer Vorbehandlung entfernt werden. Außerdem müssen die Patienten zur richtigen Mundhygiene angeleitet worden sein. Die Kosten dafür tragen gesetzlich Versicherte in der Regel selbst. Haben Patienten die Zahnsteinentfernung bereits zuvor in der allgemeinen Kontrolluntersuchung in Anspruch genommen, rechnet der Zahnarzt eine erneute Zahnsteinentfernung nach der privaten Gebührenordnung ab (GOZ-Ziffern 4050 und 4055). Die Anleitung zur richtigen Mundhygiene müssen Patienten ebenfalls selbst zahlen (GOZ-Ziffer 1000). Die Kosten liegen in der Regel bei gut 25 EUR.

Alternativ bieten viele Zahnärzte im Rahmen dieser verpflichtenden Vorbehandlung eine professionelle Zahnreinigung an, die je nach Schweregrad der Parodontitis eine sinnvolle, aber eben keine verpflichtende Vorbehandlung darstellt. Obwohl die professionelle Zahnreinigung keine Regelleistung der Krankenkasse darstellt, übernehmen viele Kassen mittlerweile zumindest einen Teil der Kosten im Rahmen ihrer Satzungsleistungen.

Ebenfalls Privatleistung ist eine Parodontitis-Therapie bei Zähnen, die laut Richtlinie nicht als erhaltungswürdig gelten, wenn z.B. der Knochenabbau schon bei mehr als 75 Prozent liegt.

Vor allem aber müssen Patienten die Nachsorge selbst bezahlen. Das kritisieren Patientenvertreter schon lange, da die Nachsorge entscheidend ist für den Erfolg der Behandlung. Verhandlungen über eine Ausweitung der Kassenleistung dauern jedoch an. Die langfristige Nachbehandlung wird „Unterstützende Parodontitistherapie“ (UPT) genannt und erfolgt in regelmäßigen Abständen. Hierbei werden bakterielle Beläge von den Zähnen entfernt, die Zahnfleischtaschen gemessen und bei Bedarf gereinigt. Wichtig ist zudem stets eine Anleitung für die Mundhygiene zu Hause.

Tipps für Patienten

  • Eine gründliche Mundhygiene, sowie regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt inklusive der zweijährlichen Parodontitis-Früherkennung (PSI-Index) sind für eine Verhinderung und Früherkennung von Parodontitis ratsam.

  • Fragen Sie aktiv nach dem PSI-Index zur Früherkennung.

  • Sofern Ihr Zahnarzt eine Parodontitis feststellt, lassen Sie sich das Ob und Wie der notwendigen Behandlungsschritte erklären und einen Kostenvoranschlag für die Therapie aushändigen, den Sie bei Unsicherheiten ggf. mit einem zweiten Zahnarzt besprechen können.

  • Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) stellt je nach Schweregrad der Parodontitis eine sinnvolle, aber keine verpflichtende Vorbehandlung dar. Sofern Sie sich für diese Art der Vorbehandlung entscheiden, sollten Sie bei der Krankenkasse anfragen, ob diese im Rahmen ihrer freiwilligen Satzungsleistungen die Kosten übernimmt.

  • Achten Sie bei der Behandlungsplanung auf die Qualifikation Ihres Zahnarztes. In Deutschland gibt es nur knapp 250 Fachzahnärzte für Parodontitis. Ähnlich gut qualifiziert, aber ebenso rar sind Zahnärzte mit der Fortbildungsbezeichnung „DGParo-Spezialist für Parodontologie“. Ein „Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie“ ist dagegen wenig aussagekräftig, und den Begriff „Parodontologe“ oder „Spezialist für Parodontologie" darf jeder verwenden, ohne Nachweis spezieller Kenntnisse.

  • Mehr Informationen erhalten Sie auf unserem Portal kostenfalle-zahn.de


Weitere Informationen zur Parodontitis und ihrer Behandlung finden Patienten hier:

Zahnfleischentzündung und Parodontitis

Parodontitis

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